Heizen und Pflegen

Hier ein paar allgemeine Tipps

Das Debüt, erstmaliges aufheizen und Innbetriebnahme

Nicht vor lauter Aufregung das ganze Schauspiel vermasseln. Viele Uraufführungen sind zu einem totalen Debakel geraten. Grund: Der Besitzer war zu nervös, das Holz zu feucht oder entsprechendes. Ist alles bereit, füllt man den Verbrennungsraum zu einem Viertel mit trockenen, kleinen Holzscheiten, zündet sie an und lässt sie bei grosser Flamme brennen.
Keine Eile, die Inbetriebnahme dauert zwei bis drei Tage. Beim erstmaligen Anheizen muss die Ofentemperatur langsam gesteigert werden, denn zu schnelles Aufheizen kann die Steine beschädigen. Ein derartiger Schaden wird durch die Werksgarantie nicht gedeckt. Ist die erste Holzmenge abgebrannt, lässt man den Ofen auf Raumtemperatur +20°C abkühlen.
Am nächsten Tag füllt man den Verbrennungsraum zur Hälfte und lässt das Holz zu Ende brennen. Danach muss der Ofen abkühlen wie am Tag zuvor.
Am dritten Tag kann man den Verbrennungsraum schon ganz füllen. Danach ist Ihr Ofen „eingefahren“.

Allgemeine Hinweise zum Aufheizen

Ihr Ofen wird es Ihnen danken, wenn Sie ihn oft und mit einem Verbrennungsraum voller Holz anheizen. Ein bis zwei Feuerungen pro Tag ist ein guter Wert.
Lassen Sie das Holz schnell verbrennen und fügen Sie erst neues Holz hinzu, wenn die erste Menge um mehr als die Hälfte abgebrannt ist.
Dies ist die natürliche Art einen Ofen zu heizen. Ihr Ofen wird es Ihnen auch danken, dass Sie den Verbrennungsvorgang nicht durch Drosseln der Luftzufuhr bremsen oder immer nur einige Holzscheite nachlegen. Dadurch verrussen die Abzugskanäle, der Zug leidet, und Rauchgase entweichen unverbrannt durch den Schornstein. Es tritt eine Versottung. Die beste Art, einen Ofen zu heizen, besteht darin, die gewünschte Holzmenge auf einmal nachzulegen.

Bitte nicht überheizen

Der häufigste Grund des Überheizens ist, dass aus  Sparsamkeitsgründen ein zu kleiner Ofen angeschafft wurde, dessen zu schwache Leistung man in einem zu grossen Raum durch Überheizen kompensieren will.
Ein Ueberheizen lässt sich leicht auf zweierlei Art feststellen:

1.Der  Ofen wird seitlich so heiss, dass man ihn nicht mit der Hand anfassen kann, das Zeichen dafür, dass das Feuer im Verbrennungsraum zu stark ist. Als Faustregel gilt, dass die Temperatur der Aussensteine nur in der Umgebung der Ofentür über +80° bis 100°C steigen darf.

2.Die Eisenteile des Verbrennungsraumes beginnen rot zu glühen. Das heiss, das ihre Temperatur über 600°C beträgt. Bei glühenden Eisenteilen müssten die Alarmglocken läuten, denn ein glühendes Eisenteil leidet mit grösster Wahrscheinlichkeit Schaden. Gusseisen erleidet schon bei 600°C bleibende Verformungen.


Schnelleres Brennen durch Wahl des Brennholzes

Ein schnelles Aufheizen des Ofens kann man durch die Wahl von geeignetem Brennholz beeinflussen.
Kleine Holzscheite verbrennen schneller und erzeugen im nu eine grosse Hitze. Das rasche Zustandekommen einer grossen Hitze wird durch die Oberfläche des Brennholzes beeinflussst nicht durch sein Volumen.
Hier ein simples Beispiel. Zehn Holzscheite von je einem halben Kilogramm Gewicht, verbrennen schneller und erzeugen eine grössere Hitze als zwei Holzscheite von je 2,5 Kilogramm Gewicht, obgleich beide dieselbe Energiemenge haben. Da wir im Speicherofen immer grossflammig abbrennen, sprechen wir auch oft vom Höllenfeuer.

Stets trockenes Holz verwenden

Es empfiehlt sich, im Freien gelagertes Brennholz zwei Tage vor der Benutzung nach drinnen zu schaffen. Dadurch stellt man sicher, dass die Oberflächenfeuchtigkeit verdunstet. Scheitholz darf nicht mehr als 20% Feuchtigkeit haben. Das wird durch eine trockene Lagerung über 2 Jahre erreicht.
>> 10 goldene Regeln
>> Holzarten und ihre Brenneigenschaften


Wann wird ein Ofen geschlossen?

Erst wenn über der Glut nur noch kurze blaue Flämmchen auftreten, dürfen Sie die Heiztüre schliessen und verriegeln. Eine automatische Ofentüre sorgt für zusätzlichen Bedienungskomfort und schliesst die Luftzufuhr zum richtigen Zeitpunkt. Dadurch erhalten Sie den Glutstock lange im Ofen und nutzen den Heizwert optimal aus.

Lesen Sie bitte auch die Gebrauchsanweisungen. In ihnen stehen für jedes Ofenmodell gesonderte Hinweise.

Asche ausleeren

Vor dem Anheizen eines Ofens sollte man stets den Aschenkasten und Aschenraum überprüfen. Es empfiehlt sich, die Asche auszuleeren, bevor der Aschenkasten ganz voll ist.

Bei zuviel Asche leidet die Luftzufuhr, die den Rost abkühlt. Im schlimmsten Fall schmilzt das Metall des Rosts. Eine Verformung des Rosts rührt gewöhnlich daher, dass die Asche ungenügend geleert wurde. Ein verformter Rost muss ausgetauscht, die Asche in Zukunft öfter geleert werden. Bei der Handhabung der Asche muss man vorsichtig sein. Sie darf erst geleert werden, wenn sie ganz abgekühlt ist. Heisse Asche kann noch glühende Teile enthalten, die ein Feuer verursachen können.

 

Zum Video (Holzenergie Schweiz):

Anleitung zum herunterladen (pdf)